Zielgruppe
Kinder zwischen vier und sieben Jahren mit erhöhtem Deutschförderbedarf, vor allem im letzten Kindergartenjahr und in der Schuleingangsphase.
MimiPad ist eine geschlossene Lernumgebung auf einem Tablet, das ausschließlich deutschsprachige Inhalte zeigt. Schulen und Kindergärten wählen Kinder mit Sprachförderbedarf aus, die Geräte werden zuhause genutzt — am Nachmittag, am Wochenende, in den Ferien, also dort, wo deutscher Sprachkontakt sonst fehlt.
In Wien wachsen viele Kinder in Familien auf, in denen zuhause überwiegend eine andere Sprache als Deutsch gesprochen wird. Schule und Kindergarten leisten den entscheidenden Teil der Sprachförderung, aber ihre Wirkung endet mit dem Schultag. Am Nachmittag, am Wochenende und in den Ferien fehlt vielen Kindern der deutschsprachige Kontakt fast vollständig. In den Stunden danach prägen Herkunftssprache und fremdsprachige Bildschirmmedien den Alltag.
Sprache wird in diesem Alter nicht in einzelnen Förderstunden erworben, sondern durch häufige, beiläufige Begegnungen über den ganzen Tag verteilt. Wenn diese Begegnungen außerhalb der Bildungseinrichtung ausbleiben, geht ein großer Teil der möglichen Sprachpraxis verloren.
MimiPad füllt genau diese Stunden auf. Das Gerät ist nicht für den Unterricht gedacht und ersetzt keine pädagogische Fachkraft. Es richtet sich an Zeiten, in denen Kinder ohnehin am Bildschirm sitzen, und stellt sicher, dass dieser Bildschirm dann Deutsch spricht.
MimiPad ist kein offenes Tablet, auf dem zusätzlich eine Lern-App installiert wurde. Es ist ein Kindertablet im Kiosk-Modus, auf dem ausschließlich kuratierte deutschsprachige Inhalte verfügbar sind: Bilderbücher mit Vorlesefunktion, Hörbücher, altersgerechte Videos und Mimi, ein KI-Sprachbegleiter in Form eines Huhns, mit dem Kinder einfache Gespräche auf Deutsch führen können.
Mimi ist mehr als ein passiver Begleiter. Sie spricht Kinder aktiv an und lädt sie ein, gemeinsam zu sprechen, Bücher zu lesen und Videos zu schauen. Während ein Video läuft oder ein Buch gelesen wird, kann das Kind mit Mimi darüber sprechen, Fragen stellen oder einzelne Wörter wiederholen. Mimi liest Bücher auch vor und bespricht Videos gemeinsam mit den Kindern. Bücher gibt es in vier Sprachstufen, von sehr einfachen Sätzen bis zu längeren Geschichten.
Andere Apps, App-Stores, freier Internetzugang, Werbung, Algorithmen und soziale Medien sind systembedingt nicht erreichbar. Was das Kind sieht und hört, kommt aus einer redaktionell ausgewählten Bibliothek. Es gibt keinen Empfehlungsmechanismus, der das Kind zu längerer Nutzung verleitet, und keine externen Inhalte, die in einer anderen Sprache wieder hereinkommen.
Die Bedienung ist auf Kinder zwischen vier und sieben Jahren ausgelegt. Symbole sind klar, der Einstieg ist einfach, eine Anleitung durch Erwachsene ist nicht nötig.
Der Pilot läuft über teilnehmende Wiener Volksschulen und Kindergärten, die als Verteil- und Begleitstellen fungieren. Die Geräte werden an ausgewählte Kinder ausgegeben und primär zuhause genutzt.
Kinder zwischen vier und sieben Jahren mit erhöhtem Deutschförderbedarf, vor allem im letzten Kindergartenjahr und in der Schuleingangsphase.
20 bis 50 Geräte werden für ein Schuljahr an ausgewählte Kindergruppen verteilt, mit einer zweiwöchigen technischen und organisatorischen Einführungsphase zu Beginn.
Standardisierte Erhebung der Deutschkenntnisse vor und nach dem Pilot, ergänzt durch Nutzungszeit, Interaktionshäufigkeit, Akzeptanz und Rückmeldungen von Pädagog:innen und Eltern.
Verbessert MimiPad die Deutschkenntnisse der Kinder nach neun Monaten? Bleibt die Nutzung über das Schuljahr stabil? Ergänzt das Gerät die bestehende Förderung sinnvoll?
Tägliche Sprachkontakte entstehen zuhause, ohne pädagogische Begleitung am Gerät. Die laufende Belastung der Einrichtung bleibt gering.
MimiPad ist so konzipiert, dass Eltern das Gerät verwalten können, ohne Deutsch zu beherrschen. Der Elternbereich öffnet sich auf dem eigenen Handy oder Computer der Eltern und ist auf Türkisch, Arabisch, Ukrainisch, Rumänisch, Polnisch, Serbisch und Englisch verfügbar. Bildschirmzeiten, Inhalte und Auszeiten lassen sich von dort aus steuern. Die Sprache des Kinder-Tablets bleibt davon unberührt — sie ist immer Deutsch.
MimiPad ist auf Datensparsamkeit ausgelegt. Im Pilotbetrieb werden ausschließlich pseudonymisierte Nutzungsdaten erhoben, soweit sie für die Evaluation nötig sind.
Das Gerät startet direkt in die MimiPad-Oberfläche. Andere Apps oder Systembereiche sind nicht erreichbar.
Inhalte kommen aus einer kuratierten Bibliothek. Externe Webseiten lassen sich nicht öffnen.
Es gibt weder Tracking-Anzeigen noch Empfehlungsalgorithmen noch soziale Plattformen.
Bücher mit Vorlesefunktion, Hörbücher, altersgerechte Videos und Sprachspiele, redaktionell ausgewählt und in vier Sprachstufen sortiert.
Tägliche Nutzungsfenster werden im Pilot gemeinsam mit der Einrichtung festgelegt.
Statt pauschaler DSGVO-Versprechen erarbeiten wir mit dem Träger einen passenden Datenschutz- und Einwilligungsrahmen, abgestimmt auf Zielgruppe, Erhebungstiefe und Aufbewahrungsdauer.
Sprachförderung ist eine Daueraufgabe mit Folgen, die weit über die Volksschulzeit hinausreichen. Werkzeuge, die Personalressourcen entlasten und gleichzeitig Sprachpraxis im Alltag des Kindes erzeugen, sind eine sinnvolle Ergänzung der bestehenden Maßnahmen.
Was MimiPad braucht, ist die Erprobung im realen Alltag von Familien, die genau diesen zusätzlichen Sprachkontakt brauchen — und Einrichtungen, die diese Erprobung mittragen. Der nächste Schritt ist ein gemeinsames Gespräch zur Abstimmung von Standorten, Zielgruppe, Datenschutzrahmen und Evaluation.
Wir senden Ihnen gerne ausführliche Unterlagen zu oder vereinbaren ein erstes Gespräch.